Dispo ablösen: Ersparnis, Rechenbeispiel & Ablauf
Einen Dispo lösen Sie ab, indem Sie das Minus auf dem Girokonto mit einem Ratenkredit ausgleichen und diesen in festen Monatsraten zurückzahlen. Das lohnt sich, wenn der effektive Jahreszins des Ratenkredits unter Ihrem Dispozins liegt und Sie den Dispo danach nicht wieder ausschöpfen.
Der Vorteil liegt nicht nur im Zinssatz: Ein Dispokredit hat keinen Tilgungsplan, ein Ratenkredit endet zu einem festen Datum. Wie groß die Ersparnis ausfällt, zeigt das Rechenbeispiel weiter unten.
Unsere Empfehlungen für die Dispo-Ablösung im Überblick:
Anbieter für die Dispo-Ablösung
Für die Ablösung eines Dispos eignet sich ein Vergleich vieler Banken mit dem Verwendungszweck Umschuldung, weil Ratenkredit-Zinsen je nach Bonität und Bank stark schwanken. Für diesen Vergleich empfehlen wir Smava.
Smava: geeignet für den Zinsvergleich vor der Dispo-Ablösung
Smava ist ein Kreditvermittler und Vergleichsportal, das nach einer SCHUFA-neutralen Anfrage persönliche Angebote vieler Partnerbanken zeigt; als Verwendungszweck lässt sich Umschuldung auswählen. So sehen Sie den effektiven Jahreszins Ihres Angebots, bevor Sie ihn mit Ihrem Dispozins vergleichen. Smava passt, wenn Sie Ihren Dispo seit Monaten nutzen und eine feste Rate in Ihr Budget passt; die Bank entscheidet nach Prüfung.
Wie hoch sind Dispozinsen im Vergleich zum Ratenkredit?
Dispozinsen liegen bei den meisten Banken über dem Zins eines Ratenkredits. Laut Verbraucherzentrale Hamburg lag der durchschnittliche Dispozins im Test der Stiftung Warentest im Mai 2025 bei 11,22 %, mit einer Spanne von 2,09 % bei der günstigsten bis 15,37 % bei der teuersten Bank.
| Kreditart | Durchschnittlicher Zinssatz | Quelle |
|---|---|---|
| Dispokredit (Banken im Test) | 11,22 % | Stiftung Warentest, Mai 2025, laut Verbraucherzentrale Hamburg |
| Überziehungs- und revolvierende Kredite, Neugeschäft | 9,40 % | Deutsche Bundesbank, Juli 2026 |
| Konsumentenkredite (Ratenkredite), effektiver Jahreszins | 8,53 % | Deutsche Bundesbank, Juli 2026 |
Die Werte der Bundesbank stammen aus der MFI-Zinsstatistik für Überziehungskredite und für Konsumentenkredite. Rechenbeispiel ohne Angebotscharakter: Nettodarlehensbetrag 3.000 Euro, Laufzeit 24 Monate, gebundener Sollzins 8,21 % p. a., effektiver Jahreszins 8,53 %, monatliche Rate 135,97 Euro, Gesamtbetrag 3.263,28 Euro. Ihr eigener Dispozins steht verpflichtend auf der Internetseite Ihrer Bank; nur mit diesem Wert sehen Sie, wie viel Sie tatsächlich sparen.
Rechenbeispiel: 3.000 Euro Dispo ablösen
Wer 3.000 Euro Dispo über 24 Monate mit einem Ratenkredit zum Bundesbank-Durchschnitt ablöst, zahlt 263,28 Euro Zinsen. Bleibt dasselbe Minus im Dispo und wird mit gleich hohen Monatsbeträgen abgebaut, kostet es je nach Dispozins zwischen rund 300 und rund 500 Euro.
| Variante | Zinssatz | Monatsrate | Zinsen in 24 Monaten |
|---|---|---|---|
| Ratenkredit (Bundesbank-Durchschnitt) | 8,53 % eff. (8,21 % Sollzins) | 135,97 € | 263,28 € |
| Dispo zum Bundesbank-Durchschnitt | 9,40 % | 137,61 € | 302,64 € |
| Dispo zum Durchschnitt im Test | 11,22 % | 140,13 € | 363,12 € |
| Dispo bei der teuersten Bank im Test | 15,37 % | 145,99 € | 503,76 € |
Rechenbeispiel ohne Angebotscharakter für die erste Zeile: Nettodarlehensbetrag 3.000 Euro, Laufzeit 24 Monate, gebundener Sollzins 8,21 % p. a., effektiver Jahreszins 8,53 %, monatliche Rate 135,97 Euro, Gesamtbetrag 3.263,28 Euro. Die Ersparnis steigt mit Ihrem Dispozins, dem Betrag und der Dauer: Bei einem Dispozins nahe dem Bundesbank-Durchschnitt sparen Sie rund 40 Euro, bei 15,37 % rund 240 Euro.
Den größeren Effekt hat in der Praxis der feste Tilgungsplan. Viele Kontoinhaber zahlen im Dispo nur die Zinsen und bleiben jahrelang im Minus; den Ratenkredit dagegen zahlen Sie mit jeder Rate ab. Eigene Beträge und Laufzeiten berechnen Sie mit dem Kreditrechner.
Wann lohnt es sich, den Dispo abzulösen?
Den Dispo abzulösen lohnt sich, wenn Sie ihn seit Monaten nutzen und Ihr Ratenkredit-Angebot einen niedrigeren effektiven Jahreszins hat als Ihr Dispozins. Nutzen Sie den Dispo ununterbrochen sechs Monate lang im Durchschnitt zu mehr als 75 % des Rahmens, muss Ihnen Ihre Bank nach § 504a BGB eine Beratung zu günstigeren Alternativen anbieten.
- Die Ablösung passt, wenn das Minus seit Monaten besteht, Ihr Kreditangebot günstiger ist als Ihr Dispozins und die Monatsrate nach allen Fixkosten bezahlbar bleibt.
- Die Ablösung passt nicht, wenn das nächste Gehalt das Minus innerhalb weniger Wochen ausgleicht, Ihr Kreditangebot wegen schwacher Bonität teurer ist als der Dispo oder Sie den Rahmen danach erneut ausschöpfen würden.
Laufen neben dem Dispo weitere Kredite, prüfen Sie eine gemeinsame Umschuldung; wie das funktioniert, erklärt der Umschuldungskredit.
So lösen Sie den Dispo mit einem Ratenkredit ab
Die Ablösung eines Dispos läuft in fünf Schritten und dauert bei digitalen Anträgen oft nur wenige Werktage.
- Dispozins nachsehen: auf der Internetseite Ihrer Bank oder im Preisverzeichnis.
- Betrag festlegen: das aktuelle Minus plus einen kleinen Puffer für Abbuchungen bis zur Auszahlung.
- Laufzeit wählen: so kurz, dass die Zinsen niedrig bleiben, und so lang, dass die Rate sicher in Ihr Budget passt.
- Angebote vergleichen und beantragen: mit dem Verwendungszweck Umschuldung, die Auszahlung geht direkt auf Ihr Girokonto.
- Disporahmen senken: nach dem Ausgleich den Rahmen bei Ihrer Bank reduzieren oder streichen lassen.
Ein Rahmenkredit ist eine flexible Alternative mit meist niedrigerem Zins als der Dispo, hat aber ebenfalls keinen festen Tilgungsplan und einen variablen Zinssatz. Sind mehrere bestehende Kredite abzulösen, zeigt die Seite Kredit ablösen den Ablauf und die Kosten der vorzeitigen Rückzahlung.
Wie vermeiden Sie einen neuen Dispo?
Einen neuen Dispo vermeiden Sie, indem Sie den Rahmen nach der Ablösung senken und einen Puffer auf dem Konto aufbauen. Konkret helfen drei Maßnahmen:
- Disporahmen reduzieren: Ein niedrigerer Rahmen begrenzt das mögliche Minus.
- Dauerauftrag auf ein Tagesgeldkonto: schon 50 Euro im Monat bauen eine Reserve für unerwartete Ausgaben auf.
- Haushaltsbuch führen: wiederkehrende Abos und Verträge erkennen, die das Konto regelmäßig ins Minus ziehen.
Merke: Die Ablösung spart nur dann Geld, wenn das Girokonto danach im Plus bleibt. Ein voller Dispo plus ein neuer Ratenkredit verdoppelt die Schulden.
Häufige Fragen zur Dispo-Ablösung
Kann ich den Dispo bei meiner eigenen Bank ablösen?
Ja, viele Banken bieten ihren Kunden einen Ratenkredit zur Ablösung des Dispos an. Vergleichen Sie den effektiven Jahreszins aber mit anderen Banken, denn das Angebot der Hausbank ist nicht automatisch das günstigste.
Wirkt sich die Dispo-Ablösung auf die SCHUFA aus?
Der neue Ratenkredit wird bei der SCHUFA gemeldet und läuft störungsfrei bis zur letzten Rate. Ein neu eingeräumter Dispo- oder Rahmenkredit zählt beim neuen SCHUFA-Score im Kriterium „Alter des jüngsten Rahmenkredits“; den Vergleich über eine SCHUFA-neutrale Anfrage sehen andere Banken nicht als Kreditanfrage.
Fazit
Den Dispo mit einem Ratenkredit abzulösen spart Zinsen, sobald Ihr Kreditangebot unter Ihrem Dispozins liegt; im Beispiel mit 3.000 Euro über 24 Monate sind es je nach Dispozins rund 40 bis 240 Euro. Wichtiger ist der feste Tilgungsplan, der das Minus zu einem festen Datum beendet.
Die Ablösung passt, wenn Sie den Dispo dauerhaft nutzen und danach den Rahmen senken. Die Anbieter für Ratenkredite im Überblick:
